Navigation:
am 22. Jänner

Das Land, die Gemeinde und die Kleinkindbetreuung

Alexandra Adler - Es ist der 18. Jänner, zehn Tage vor der niederösterreichischen Landtagswahl. Alexandra Adler stolpert bei der Nachrichtenlektüre über eine ORF-Schlagzeile.....

„Das Land Niederösterreich hat ein Maßnahmenpaket für Familien geschnürt. Im Mittelpunkt steht dabei die Betreuung der Kleinsten, also der unter Zweieinhalbjährigen. Es sind hundert zusätzliche Gruppen geplant.“

​Das Bio-Frühstück bleibt der GRÜNEN Bezirkskandidatin im Hals stecken: Jetzt, ein knappes Jahr nach der Schließung der erfolgreichen Kleinkindgruppe in der Großgemeinde Leobendorf kommt die Unterstützung vom Land? Toll, was bevorstehende Wahlen alles bewirken können!
 
Ein Blick zurück:
Der Kindertreff in Oberrohrbach, eine Kinderbetreuungseinrichtung für Kinder ab 1,5 Jahren (bis zum Eintritt in den Kindergarten) wurde auf Initiative der damaligen GRÜNEN gfGRin Doris Kampas am 4.11.2013 eröffnet. Der Kindertreff stellte eine Bereicherung der wachsenden Gemeinde dar und war bis vor etwa ein Jahr vor der Schließung gut ausgelastet (9 Kinder Sommer 2015, 12 Kinder Anfang 2016).


Kindertreff wurde geschlossen


Durch die Gerüchte über die mögliche Schließung der Gruppe ging die Zahl der Anmeldungen merklich zurück und wurde schließlich – mit dem Argument schlechter Auslastung – Ende August 2016 - gegen den Willen von mehr als 50 Eltern, unterstützt von der GRÜNEN Fraktion - geschlossen.

Die Schließung wurde mit den hohen Kosten, die der Gemeinde nach Wegfall der sog. 15a-Startförderung entstehen würden, argumentiert. Die Kostenschätzung basierte auf einem Angebot des Hilfswerks für das nächste Jahr und legt eine hohe Personaldotierung sowie eine geringe Auslastung des Kindertreffs zu Grunde.


Verbesserungen nicht gewünscht


Auch die mehrmaligen Versuche von uns GRÜNEN, den Kindertreff noch zu verlängern und mit verschiedenen Maßnahmen, etwa durch Verbesserung der knappen Öffnungszeiten, die Auslastung zu erhöhen und zu evaluieren, ob eine Weiterführung dann sinnvoll sei, wurden von allen anderen Fraktionen (ÖVP, SPÖ, LKR, FPÖ) im Gemeinderat abgelehnt!

Die Kostenschätzung belief sich zum damaligen Zeitpunkt auf etwa € 60.000,- / jährlich.  Zum Vergleich: Für die Erneuerung des Hauptplatzes und die Errichtung von 16 Parkplätzen wurden € 600.000,- investiert (37.500,- pro Parkplatz)! Aber das Kind, das dort für etwa ein Jahr, bis zum Übertritt in die reguläre Kindergartengruppe, hervorragend betreut wurde, war den anderen GemeindevertreterInnen keine € 5.000,-  wert!


Wahlzuckerl der Landesmutter


Und nun, eine knappe Woche vor den Wahlen, das Versprechen der Landesmutter, 100 neue Kleinkindgruppen zu eröffnen, die Finanzierung wäre gesichert. Bravo für dieses Wahlzuckerl! Wir fühlen uns bestärkt und gegängelt. Ob damit, ein knappes Jahr nach der Schließung, wieder eine Kleinkindgruppe möglich wird?

Wir werden uns sowohl im Gemeinderat als auch im Landtag dafür stark machen, dass flächendeckende und leistbare Kleinstkindbetreuung geschaffen wird!

Und zur Erinnerung: Wer grün will, muss grün wählen – sonst verlieren wir unsere Stimme im NÖ Landtag!

Unser Antrag zur Weiterführung des Kindertreffs zum Nachlesen: ​Antrag​​​

Link ​http://noe.orf.at/news/stories/2890289/​​


#machennurwir