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am 29. Jänner

Das war unser Frauencafé zur OMV-Erdgassuche

Alexandra Adler - „Die OMV sucht bei uns nach Erdgas, wir suchen nach Alternativen“, so lautete der Untertitel zum ersten Frauencafé im Jahr 2019 vergangenen Freitag.

Als Expertin luden wir die Korneuburger Stadträtin Elisabeth Kerschbaum, die federführend in der Recherche und der bezirksweiten Vernetzung der grünen Aufklärungsarbeit rund um die OMV-Messungen war.
 
Die gut besuchte Veranstaltung lockte auch Frauen aus der Umgebung nach Leobendorf. Den Besucherinnen aus allen betroffenen Gemeinden war eines gemeinsam: Verärgerung über die fehlenden Informationen seitens ihrer BürgermeisterInnen und der OMV.

Aber der Reihe nach. Zuerst die obligate Vorstellungsrunde – immerhin sind wir ja ein Netzwerk und neue Gesichter immer gerne gesehen. Danach baten wir Eli Kerschbaum um die bisher bekannten Fakten rund um die bereits abgeschlossenen seismischen Messungen. Das rege Gespräch und die zahlreichen Fragen kannst du auszugsweise im Infokasten und im Handout "Runter vom Gas"​nachlesen.
 
Wir hätten vermutlich noch stundenlang über Vor- und vor allem Nachteile von fossilen Energien reden können, doch die Zeit drängte: Wir leiteten über zum zweiten Teil der Veranstaltung, dem von Christina akribisch vorbereitetem Energiequiz​. 23 Fragen und Antworten rund um die Themen Energieverbrauch, erneuerbare Energie und CO2 versuchten wir in zwei Gruppen zu beantworten. Dabei haben uns manche Antworten ziemlich überrascht. So etwa der (extrem niedrige) Anteil der Beleuchtung am gesamten Energiebedarfs eines Hauhalts: 1%. 


Als Essenz dieses Abends soll es einen Forderungskatalog geben, den wir den BürgermeisterInnen unserer Gemeinden zukommen lassen werden. Wenn du uns dazu etwas mitteilen willst, schicke bitte dein Statement an alexandra.adler@gruene.at​!


Infokasten:

Suche der OMV nach Erdgas und Erdöl im ganzen Weinviertel und Teilen von Wien, in den Wiener Gebieten wird auch nach Geothermie gesucht. Die Messsonden, die man derzeit überall findet, messen Schwingungen in bis zu 6000m Tiefe, die durch schwere Fahrzeuge mit angebrachten Rüttelplatten hervorgerufen werden. Die Schwingungen können mögliche Blasen im Untergrund aufzeigen, wobei man nicht weiß, was die Blase ist. Dazu würden dann Probebohrungen gemacht. Kosten der seismischen Messungen: 12-14 Mio Euro die Untersuchung, pro Bohrung weitere 1 Mio Euro. Die vermutlich von der Republik in Auftrag gegebene Suche soll kein Fracking zur Folge haben. Allerdings, auch wenn nicht gefrackt wird, müssen Chemikalien zur Spülung der Bohrlöcher verwendet werden.

Alle Gemeinden-  außer Langenzersdorf – haben die Durchfahrt auf den Gemeindestraßen genehmigt, doch auch in Langenzersdorf waren die Rüttelfahrzeuge auf den Landesstraßen unterwegs. Informiert hat keine Gemeinde die verunsicherten und zum Teil erschreckten BewohnerInnen. Einzig die GRÜNEN (Leobendorf, Korneuburg und andere) haben in verschiedenen Medien vom Vorhaben der OMV berichtet und vor möglichen Schäden durch das starke Rütteln gewarnt und bereits einige Schadensfälle dokumentiert. Auch einige Frauencafé-Teilnehmerinnen berichteten von eingesunkenen Gräbern und herausfallenden Fliesenfugen. Wenn Sie auch Schäden beobachtet haben, melden Sie uns diese bitte! (alexandra.adler@gruene.at​ oder elisabeth.kerschbaum@gruene.at​)  

​Wie stellt die OMV die Sicherheit von Gebäuden, Leitungen, etc. her?

Angeblich wurden die Routen abgeglichen bezügl. Wasserleitungen, Schwingungen an Gebäudemauern gemessen, es gibt einen Grenzwert für denkmalgeschützte Gebäude, dieser wurde unterschritten.  

Was passiert bei einer Probebohrung?

Probebohrungen brauchen keine UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung), und werden in ausreichendem Abstand zu bewohntem Gebiet ausgeführt. Eine fixe Gas-Förderanlage würde nach etwa 4 Monaten aussehen, wie ein normales Industriegebäude.

Wie erfährt man/frau die Ergebnisse der Messungen?

Die Bundesanstalt für Geologie bekommt die Daten - sie sind damit aber nicht öffentlich, sondern können gegen (wahrscheinlich ziemlich viel) Geld käuflich erworben werden (da geht es eher um Betreiber von anderen Projekten, die Interesse dran haben könnten). Eli hat nachgefragt, ob die Ergebnisse zumindest in den betroffenen Gemeinden präsentiert werden können - da gab es (vorerst mal) kein nein.

Welche Maßnahmen könnte man mit 14 Mio Euro alternativ finanzieren?

Investition und Förderung für erneuerbare Energie, zB Windräder, und vor allem in Gebäudesanierung: Die angestrebte Sanierungsrate von 2-3% pro Jahr wird nicht erfüllt, sondern liegt bei 0,5%!