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am 14. November

Die vibro-seismologische Untersuchung der OMV schreitet voran.

Rudolf Stroissnig - Im Dezember ist es soweit: massive Fahrzeuge werden im Auftrag der OMV nicht nur Wiesen und Felder, sondern auch bebautes Gebiet befahren und künstliche Erdbeben hervorrufen.

Die Rede ist von den angekündigten Befahrungen für die vibro-seismologischen Untersuchungen der OMV in unserem Gebiet.

Zwar sagt die OMV, dass das Verfahren dem Ortungssystem der Fledermäuse ähnelt, um aber in Tiefen bis zu 6.000m ein Echo hervorzurufen, müsste eine Fledermaus schon ziemlich laut "schreien".  Daher spricht man auch in der OMV jetzt von „kleinen Erdbeben“. Die Reflektion der damit erzeugten Wellen wird mit Geophonen aufgezeichnet und gibt Aufschluss über die Beschaffenheit des Untergrundes.

Die vibro-seismologischen Untersuchungen werden auf Routen im Untersuchungsgebiet durchgeführt, die derzeit im Detail geplant werden. 2-3 Wochen vor der eigentlichen Befahrung werden diese mit rosa Markierungen sichtbar gemacht und den Gemeinden mitgeteilt.

Da diese Untersuchungen Vibrationen sowohl an Gebäuden, als auch bei Einbauten (Wasserleitungen, Kanal etc.) hervorrufen, können natürlich auch Schäden entstehen. Die Wasserwerke Korneuburg haben bereits Bedenken angemeldet, dass die Hauptversorgungsleitung in der Au gefährdet sein könnte, die aus Asbestzement und teilweise noch aus Grauguss besteht (zum Bericht der NÖN)​​. In anderen Gemeinden könnte ebenfalls Gefahr für alte Leitungen drohen.

Moderne Gebäude sollten nicht gefährdet sein, bei historischen Gebäuden (wie alten Bauernhäusern) allerdings könnten die Vibrationen knapp an deren Belastbarkeitsgrenze (6,8 mm/s) kommen und Schäden anrichten.

Die OMV sagt zwar, dass sie für Schäden haftet, schließt aber eigentlich aus, dass solche entstehen können.

Entgegen dieser Behauptung, dass nichts passieren kann, finden sich Berichte von Hausbesitzern, die Schäden an ihren Gebäuden mit den Befahrungen in Verbindung setzen. Z.B. aus Orth an der Donau (zum Bericht der NÖN)​ - oder aus dem Bezirk Mistelbach. Letztlich geht es dann immer darum, ob ein klarer Zusammenhang mit den Aktivitäten der OMV bewiesen werden kann.

Bei jedem größeren Bauvorhaben wird zur Beweissicherung der Zustand der benachbarten Gebäude dokumentiert. Die OMV tut das nicht. Es liegt in diesem Fall einzig bei den EigentümerInnen, den Zustand ihres Gebäudes vor und nach der vibro-seismologischen Untersuchung zu dokumentieren.

Daher unser Rat:

Machen Sie Fotos, mit Datum und Uhrzeit! Sie müssen im Schadensfall nachweisen, dass die OMV den Schaden verursacht hat und dafür haftet.

Es ist auch ratsam, darüber nachzudenken, was passiert, wenn sich bei der Untersuchung herausstellt, dass es abbaubares Erdgas in Ihrer Wohngegend gibt.

Für Produktionsanlagen ab einer gewissen Größe (500.000 m³/Tag) wird ein UVP-Verfahren, bei dem Sie als AnrainerIn/GrundbesitzerIn Parteienstellung haben, verpflichtend durchgeführt, für Probebohrungen oder kleinere Produktionsanlagen allerdings gibt es das nicht. Der Bohrturm wird dann ganz einfach vor Ihr Fenster gestellt.

Wir GRÜNE glauben, dass fossile Brennstoffe, die wie Erdgas fast ausschließlich für die Beheizung verwendet werden, nicht mehr zeitgemäß sind. Statt Erhöhung der Produktion sollten wir lieber den Verbrauch reduzieren! Derzeit sind nur etwa 1% der Gebäude thermisch saniert!

Wir bleiben dran!


Für die umfangreichen Recherchen bedanke ich mich bei Elisabeth Kerschbaum (GRÜNE Korneuburg)

Mehr dazu: http://korneuburg.gruene.at/article637.html​