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am 26. Juli

B6 - Eine unendliche Geschichte Teil 4

Rudolf Stroissnig - Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich das letzte Mal über das Projekt „B6 Umfahrung“ geschrieben.

Vielleicht erinnern Sie sich noch: die Gemeinden waren bereit, zusätzlich zum vom Land den Grundbesitzern angebotenen Preis zu subventionieren um die Umfahrung doch endlich auf die Reihe zu bringen.

Ein Jahr später ist die Situation nahezu unverändert. Die NÖN (online​) berichtet: „Im Fall der drei Liegenschaftseigentümer, deren Häuser der B6-Umfahrung weichen müssen, gibt es eine neue Entwicklung: Der Gemeinderat Harmannsdorf beschloss zwar, den Besitzern ein letztes Angebot zu unterbreiten, gleichzeitig denkt das Land NÖ –zumindest intern – über eine neue Trassenführung nach, die eine Enteignung unnötig machen würde.“

In der Printausgabe der NÖN (siehe auch in unseren Clippings​) steht dann auch, was das Land dazu sagt: Um die Brücke zu „sparen“ wurde bereits eine neue Trassenführung angedacht, die die angedrohten Enteignungen unnötig machen würden. Trotzdem hat der Harmannsdorfer Gemeinderat mit den Stimmen der VP und der SP ein weiteres Angebot an die Grundstückseigner beschlossen: Neben dem üblichen Grundstückspreis sollen auch je 100.000 EUR für die darauf befindlichen Objekte geboten werden.

Nochmals zum Nachdenken: das Land arbeitet an einer alternativen Trassenführung und die Gemeinde verabschiedet ein Angebot für Grundstücke, die in einer neuen Variante gar nicht gebraucht werden….

Seit dem Spatenstich 2013 (kurz vor der Landtagswahl) ist eigentlich kaum etwas weitergegangen.

Es ist anzunehmen, dass die nun angedachte Alternative des Landes zu Prüfung noch etwa ein Jahr benötigen wird.  „Die neue Erkenntnis wirkt, als wolle das Land das Thema selbst weiter hinauszögern.“ (Zitat NÖN​). Rechtzeitig zu Gemeinderatswahl (2020) wird sie auch verkündet werden, was ich bereits im Herbst 2015 vermutet habe. Von einer Inbetriebnahme der Umfahrung kann in diesem Jahrzehnt keine Rede sein.

Aber was geschieht in der Zwischenzeit mit den lärmgeplagten Anwohnern der B6?

Wir stehen nach wie vor zu den seit Mai 2015 beschriebenen 3 Punkten:   

  • Öffentlichen Verkehr verstärken: Auch im Falle des Baus der Umfahrung kann die Landesbahn im Stundentakt nach Ernstbrunn geführt werden. Wir sollten damit sofort beginnen und damit einiges an Individualverkehr von der B6 ins öffentliche Netz verlegen (Land und ÖBB blockieren dies derzeit)
  • LKW Fahrverbot (ausgenommen Zubringer) in beiden Richtungen
  • Tempo 30 im Ortsgebiet

Zusätzlich würde ein Kreisverkehr statt der Kreuzung mit der L1123 (nach Leobendorf) den Durchzugsverkehr maßgeblich beruhigen und die Sicherheit an dieser Gefahrenstelle erhöhen.

Und noch ein Vorschlag, der auch den Fußgängern das Leben erleichtern und die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen wesentlich veringern würde: Einengung der Straße auf ca. 5 Meter zugunsten der Gehwege.....

Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich melde mich wieder, wenn etwas passiert, spätesten jedoch in einem Jahr.