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am 23. November 2018

B6 - Eine unendliche Geschichte Teil 5

Rudolf Stroissnig - Die Bezirksblätter berichten, dass bereits 3 Grundstücke für den Bau der Umfahrung zur Verfügung stehen. Fehlen noch weit mehr als 100...

Neben diesen gibt es aber auch noch 3 Familien, die bis heute keine annehmbaren Angebote für ihre Wohnhäuser erhalten haben. Ihnen wird offen mit Enteignung gedroht (link zum Bericht der Bezirksblätter​)

Wir wissen, dass der Straßenverkehr normalerweise eher zunimmt als abnimmt. Anders jedoch auf der B6: Gingen die Schätzungen 2015 noch von damals aktuell ca. 10.000 Fahrten pro Tag aus (davon 9% LKW) und die Prognosen für 2020 lagen gar bei 13.000 Fahrten, so spricht man jetzt von 9.000 Fahrzeugen pro Tag, also ein Drittel weniger als vorhergesagt (link zum ORF Beitrag dazu​)​

Auch der Effekt einer Umfahrung wird heute anders eingeschätzt als 2015. Damals ging man (zwischen den Zeilen) von einer Art verkehrsberuhigtem Ortskern aus, heute hört man, dass in Tresdorf nur bis zu 40% der Ortsdurchfahrten durch die Umfahrung verhindert werden. Nach dieser Schätzung sollen nach Fertigstellung der Umfahrung mindestens 60% der geschätzten 9.000 Fahrten noch immer durch Tresdorf rollen. Das sind immerhin 5.400 KfZ täglich und davon (wenn der Anteil an LKW ungefähr gleichbleibt) 500 Brummies .​

Mit anderen Worten: Um 3.600 Fahrten von der Ortsdurchfahrt auf die Umfahrung umzuleiten wird der Steuerzahler 24 mio EUR ausgeben. Natürlich ist ein solcher Vergleich polemisch, da es sich um den täglichen Verkehrsfluss handelt (also fast 1 mio Fahrten pro Jahr). Trotzdem scheint der Aufwand hoch, da parallel die (wenig ausgelastete) A5 den Langstreckenverkehr aufnehmen könnte.

Doch zurück zu den letzten Meldungen: Die Baukosten werden neuerdings mit 24 Millionen Euro angegeben (nach 20 am Anfang, bis zu 26 noch vor einem Jahr), der Baubeginn auf Ende 2020 angenommen. Erfahrungsgemäß dauern Enteignungen (siehe oben) aber länger. Die Bauzeit mit eingerechnet (einige Brücken sind zu errichten) werden nach dieser Rechnung noch ca. 4 Jahre vergehen, bis 40% des Verkehrs, der Tresdorf derzeit belastet, über die Umfahrungsstraße rollt. Wohlgemerkt: immerhin 60% des Verkehrsaufkommens wird auch dann noch durch das Ortsgebiet von Tresdorf brausen.

Was also tun, um die Belastung der Tresdorfer BürgerInnen zu verringern und Gefahrenstellen zu entschärfen?

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Wir stehen nach wie vor zu den schon 2015 beschriebenen Punkten.

  • Öffentlichen Verkehr verstärken: Auch im Falle des Baus der Umfahrung kann die Landesbahn im Stundentakt nach Ernstbrunn geführt werden. Wir sollten damit sofort beginnen und damit einiges an Individualverkehr von der B6 ins öffentliche Netz verlegen
  • LKW Fahrverbot (ausgenommen Zubringer) in beiden Richtungen
  • Tempo 30 im Ortsgebiet (für LKW?)

Zusätzlich würde ein Kreisverkehr statt der Kreuzung mit der L1123 (nach Leobendorf) den Durchzugsverkehr maßgeblich beruhigen und die Sicherheit an dieser Gefahrenstelle erhöhen. Und noch ein Vorschlag, der auch den Fußgängern das Leben erleichtern und die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen wesentlich verringern würde: Einengung der Straße auf ca. 5 Meter zugunsten der Gehwege....

All diese Vorschläge würden nur einen Bruchteil so viel kosten wie wir für 40% des Verkehrs in eine Umfahrung stecken werden, die wiederum immer wertvolleren Boden versiegeln wird. Sie werden aber nicht einmal ignoriert, wie man so schön sagt.