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am 23. November 2018

Der Nachtbus wird eingestellt, oder?

Rudolf Stroissnig - Seit 3.Novenber 2007 gibt es ihn, den Nachtbus zwischen Floridsdorf und Stockerau. Nun soll er eingestellt werden.

Die Argumentation: zu wenige Fahrgäste, zu hohe Kosten.

Einmal zurück zur Theorie: ein öffentliches Verkehrsmittel (eine Linie) wird im Allgemeinen als eine öffentliche Dienstleistung als Teil der Grundversorgung mit subventionierten Tarifen definiert.

Nun kann man in diesem Sinne kaum von einem Bestandteil der Grundversorgung sprechen, aber immerhin wurden in diesem Jahr (bis Ende Oktober) auf dem Nachtbus 1.426 Fahrgäste befördert. Das sind im Schnitt 15,3 Personen pro Tag. Am Sonntag, 16. September 2018 waren es 41 Personen und im gleichen Monat mit immerhin 256 etwa gleichviel wie im Oktober.

Der Nachtbus fährt nur Samstag und Sonntag je 2 Mal: einmal um ca. 01:10 und einmal um 3:10 von Floridsdorf nach Stockerau und zurück.

Eine Alternative dazu wäre ein Nachtzug um ca. 1h, der zwar dem Leobendorfer Gemeinderat von den VOR Planern zugesagt wurde, nun aber wieder nicht im Fahrplan aufscheint.

Und dann natürlich das eigene Kraftfahrzeug mit allen Vor-und Nachteilen.  Ca. 2.000 Fahrten mit dem Auto machen ungefähr 32.000 km pro Jahr. Das belastet die Umwelt mit 5 - 6 Tonnen CO2 Ausstoß und die erhöhte Unfallgefahr am Heimweg kommt auch noch dazu.

Wir glauben, dass eine Einstellung des Nachtbusses ökologisch und gesellschaftlich nicht zu rechtfertigen ist, und sich auf zu hohe Kosten zu berufen, ist bei der Höhe potentieller Einsparung im Vergleich zu anderen Ausgaben einfach lächerlich. Und dass unsere Jugendlichen nächtens wieder mit einem PKW (mit)fahren, will eigentlich niemand, oder?